Immergrüne Eichen Quercus suber, ilex und coccifera

Quercus ilex, Quercus suber, Quercus coccifera

Die Steineiche, Korkeiche und Kermeseiche

Die Immergrünen Eichen der Mediterraneis gehören mit zu meinen Lieblingsgehölzen in meinem Exotengarten. Seit dem Frühjahr 2000 wachsen hier um das Haus herum und in der Mediterranecke die Steineiche Quercus ilex, die Korkeiche Quercus suber und die Kermeseiche Quercus coccifera in mehreren Exemplaren, bisher ohne jegliche Winterschäden. Wichtig sind ein sonniger Standort und ein guter Schutz vor Wind und strengem Bodenfost (Mulch!). Wie alle anderen Eichen wachsen auch diese Arten in zwei Schüben pro Jahr: einmal im Frühjahr, ein zweites Mal im Hochsommer.

Die Steineiche ist wohl die härteste der Immergrünen Eichen. Auch in meinem vorigen Garten hatte ich noch nie Frostschäden bei dieser Eichenart erlitten. Interessant ist das vielgestaltige Laub dieses Baumes, mal ist es oval-eiförmig und ganzrandig, mal stark gezähnt und an Ilex aquifolium erinnernd (daher der Name!). Diese unterschiedlichen Blattformen lassen sich sogar an ein und demselben Baum finden. Doch gibt es unterschiedliche Rassen und Herkünfte der Steineiche, die ebenfalls verschiedene Blattformen haben: so ist das Laub der Rasse Q. i. iberica kleiner und stark dornig, das der Rundbl. Steineiche Q. i. rotundifolia ganzrandig und eiförmig-rund. Meine Steineichen wurden großenteils von mir aus Eicheln gezogen, die ich von Botanischen Gärten der Mittelmeerländer erhielt. Einige habe ich mir auch als Jungpflanzen in Italien gekauft.

Die Korkeiche aus dem westlichen Mittelmeergebiet (Portugal bis Sizilien) ist eindeutig frostempfindlicher als die vorige Art, trotzdem aber versuchenswert. Meine Exemplare stehen seit einigen Jahren bereits im Garten, bisher ohne nennenswerte Schäden, was doch überrascht! Selbst im außergewöhnlich strengen Winter 2002/2003 haben alle 10 Exemplare überlebt! Allerdings: obwohl die Korkeiche immergrün ist, verhält sie sich in unserem Klima fast wie laubabwerfende oder halbimmergrüne Eichen. Die Blätter erfrieren mitsamt den jüngsten Triebspitzen, um dann im Frühjahr (sie sind ja jetzt braun) abzufallen. Dem Baum scheint dies aber nicht zu schaden, da er im Mai normal weiterwächst. Das Laub der Korkeiche ist auf einen Blick von dem der Steineiche zu unterscheiden: es ist in der Farbe stumpf und nicht glänzend! Auffällig ist natürlich die starke Korkbildung am Stamm und den stärkeren Ästen, die sich schon bei Jungpflanzen im Alter von ca. 4-5 Jahren zeigt. Wie die vorige Art stellt auch die Korkeiche einen außergewöhnlich schönen Baum dar, der im Alter sehr knorrig wächst.

Die Kermeseiche der östlichen Mittelmeerregionen wächst eher strauchförmig bis säulenartig. Das Laub ist sehr klein, glänzend dunkelgrün und sehr stark stechend (vorsicht Verletzungsgefahr!). Die Exemplare in meinem Garten stammen übrigens aus Saat, die mir mein Bruder aus Griechenland in der Nähe von Tessaloniki zugesandt hatte. Damals lag dort schon Schnee; wahrscheinlich ist dort öfter mit kräftigen Wintereinbrüchen vom kontinentalen Nordbalkan her zu rechnen. Auffallend bei dieser Art ist der dunkelrote Farbton des Jungtriebes!


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