Wollemia nobilis Die Wollemie

Wollemia nobilis

Die Wollemie

Als im Jahre 1994 der australische Bushwalker David Noble auf einer seiner Touren in den tiefen, ursprünglichen Schluchten des östlichen Australiens auf ein ihm bis dahin unbekanntes Gehölz stieß, ahnte er noch nicht, welch botanische Sensation er mit seiner Entdeckung hervorgebracht hat. In einem ca. 200 Meter tiefen Canyon hat er 23 Bäume aufgespürt, die ihm derart fremd erschienen, dass er sogleich Laub einsammelte und es einem befreundeten Botaniker, Wyn Jones von der Nationalparkverwaltung, zeigte. Dieser hielt das Laub zunächst für ein Farnblatt, doch als er hörte, dass es von großen Bäumen stamme, entschied er sich, mit seinen Kollegen Jan Allen und Ken Hill, Mitarbeiter des Königlichen Botanischen Gartens in Sydney, eine Exkursion in den Canyon zu unternehmen.

Tatsächlich konnte festgestellt werden, dass es sich um eine völlig neue, bislang unbekannte Baumart handelte. Vergleiche mit Fossilien bewiesen es, dass hier eine der geschichtlich ältesten Baumarten entdeckt wurden, wie sie zu Zeiten der Dinosaurier den gesamten Kontinent Gondwana besiedelten. Das Alter dieser Baumart wird auf ca. 200 Millionen Jahre geschätzt. Diese Bäume stammen aus einer Zeit, als es noch gar keine Laubbäume gab; überhaupt waren Blütenpflanzen damals noch nicht existent. Vorfahren der Säugetiere waren so groß wie Mäuse, und die Welt war von Riesenechsen, den Dinosauriern, besiedelt. Die Wollemie, wie sie genannt wurde, bildete damals mit anderen Nacktsamern wie den Araucariaceen, den Cycadeen und mit Riesenfarnen die Urzeitwälder, in denen die Dinosaurier lebten.

Wollemia nobilis, so der korrekte Name, war schon seit 65 Millionen Jahren als ausgestorben geglaubt. Doch nun gab es diese Entdeckung! In der Schlucht leben nicht einmal 100 Exemplare der Art. Seitdem wird der Entdeckungsort geheim gehalten, und unter staatlicher Aufsicht wurde ein Programm zur Vermehrung der Wollemi Pine ins Leben gerufen. Heute gibt es bereits weit mehr Exemplare in Labors und botanischen Gärten aller Welt als in der freien Natur. Bemerkenswert ist, dass sich die Sämlinge und auch die Stecklinge aller Exemplare genetisch nicht voneinander unterscheiden. Dies ist u. a. ein Hinweis auf die lange Abgeschiedenheit dieser Art in einem kleinen Territorium. Seit einigen Jahren wird die Wollemie weltweit kontrolliert vermarktet; der Erlös eines jeden Exemplares geht direkt in die Finanzierung des Wollemi Parks in Australien zum Schutz der Wollemie.

Wollemia nobilis, ein Araukariengewächs (wie die Araukarien und die Kauri-Fichten Agathis australis), wird bis zu 35 Meter hoch und zeigt in der Tat ein fremdländisches Aussehen. Sie besitzt ein fast palmartig Laub; jede Endknospe ist im Winter mit einer schützenden wachsartigen „Polarkappe“ bedeckt, und die Rinde ist im Alter dicht besetzt mit kakaofarbigen Höckern. Im Freien wurde die Wollemie bei bereits minus 12 Grad C überwintert.

Seit dem Frühjahr 2008 gedeiht auch im Mediterrangarten in Mielkendorf bei Kiel ein Exemplar der Wollemie (bezogen von der Firma Baldur Garten). Zwischen anderen Exotengehölzen wie Magnolien und Mittelmeerzypressen steht sie seit 2009 ausgepflanzt und hat in dem Jahr ordentlich zugelegt. Die Erfahrung wird zeigen, inwieweit die Wollemie auch unter mitteleuropäischem Klima klarkommt.

Hier geht’s zum Film auf der offiziellen Seite der Firma www.hauenstein-rafz.ch.


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