Warmgemäßigter Mischwald in 24247 Mielkendorf (bei Kiel)
Im Jahre 1991 begann ich, auf einem Teil meines eigentlich viel zu großen "Gartens" Waldbäume anzupflanzen. Auf ca. 1.000 Quadratmetern bisheriger Wiese sollte ein Wald entstehen, der sowohl aus einheimischen wie auch auch exotischen Baumarten bestand. Das Gelände ist eine nach Norden abfallende Hanglage und grenzt an die Talsole des Eidertales. Der Boden besteht aus Braunerde mit einem sehr hohen Lehmanteil.
Folgende einheimische Gehölze wurden verwendet: Stieleiche Quercus robur, Buche Fagus sylvatica, Haselnuss Corylus avellana, Schwarzerle Alnus glutinosa, Linde Tilia cordata, Esche Fraxinus excelsior, Birke Betula pendula, verschiedene Weidenarten Salix, Feldahorn Acer campestre, Bergahorn Acer pseudoplatanus, Eberesche Sorbus aucuparia, Traubenkirsche Prunus padus, Schlehe Prunus spinosa, Hartriegel Cornus sanguinea, Kornelkirsche Cornus mas, Liguster Ligustrum vulgare, Schneeball Viburnum opulus, Heckenkirsche Lonicera xylosteum, Feldulme Ulmus carpinifolia, Pfaffenhütchen Euonymus europaeus, Weißdorn Crataegus monogyna, Eibe Taxus baccata, Fichte Picea abies, Weißtanne Abies alba, und Waldkiefer Pinus sylvestris. Letztere ist leider mittlerweile fast verschwunden, da sie gegenüber den anderen Baumarten nicht konkurrenzfähig war.
Folgende exotische Gehölze wurden verwendet, von denen einige nur bedingt winterhart sind: ca. 12 Exemplare der Südeuropäischen Esskastanie Castanea sativa (siehe Foto), mehrere aus Südchile stammende Südbuchen der Arten Nothofagus antarctica, Nothofagus obliqua und Nothofagus procera, zwei mittlerweile sehr große Exemplare des Bergmammutbaum Sequoiadendron giganteum aus Westkalifornien, eine Zerreiche Quercus cerris und eine Flaumeiche Quercus pubescens aus dem Mittelmeergebiet, aus den östlichen USA der Eschenahorn Acer negundo, die Robinie Robinia pseudoacacia und die Roteiche Quercus rubra (alle sehr winterhart), sowie aus Ostasien der Ginkgo biloba, der aber jetzt beschattet wird und kaum Wachstum zeigt.
Die Mehrzahl der Gehölze entstammt eigener Anzucht und wurde fast zeitgleich "in den Rasen" gepflanzt. Die erste Zeit musste natürlich darauf geachtet werden, dass weder Kaninchnen noch das Gras den Jungpflanzen etwas anhaben konnten. Die meisten Sämlinge waren ja gerade erst mal wenige Dezimeter hoch! Mittlerweile ist von dem ehemals vorhandenen Rasen natürlich nichts mehr übrig! Die Bäume haben tatsächlich einen Wald mit fast vollständig geschlossenem Kronendach gebildet. Die Arten unterschiedlichster Herkünfte scheinen miteinander gut zu harmonieren und in gesunder Konkurrenz zueinander zu stehen. Lediglich die heimischen Waldkiefern haben recht bald ihren Geist aufgegeben, da sie weder schnellwüchsig noch schattenverträglich sind. Derzeit leben nur noch zwei Exemplare, die aber wohl im nächsten Jahr endültig überwachsen werden. Auch der noch verbliebene Ginkgo hat keine Chance, jetzt im Schatten ein großer Baum zu werden.
Überrascht bin ich von der außerordentlich guten Verfassung der als empfindlich geltenden Mammutbäume, Südbuchen, Südeichen und Esskastanien sowie der Robinien (Scheinakazien) und der Eschenahorne. Alle diese Exoten zeigen ein zügiges Höhenwachstum und auch eine beträchtliche Zunahme des Stammumfanges, wie ich es nicht für möglich gehalten hatte. Bis auf die Mammutbäume blühen sie alle jährlich. Einen der beiden Mammutbäume werde ich im nächsten Jahr mit einem Schnitt an einer benachbarten Traubenkirsche unterstützen, damit er etwas mehr Sonne hat, um ihm einen Vorsprung zu verschaffen. Ansonsten wird dieses Biotop Wald soweit wie möglich in Ruhe gelassen. Mittlerweile siedelt sich am Waldboden eine typische Waldflora an. Auch muss ich mit Freude feststellen, dass insbesondere Eichen, Bergahorne und die Haselnuss sich durch Selbstaussaat weiter vermehren, dass heißt jährlich sind neue Sämlinge zu sehen.
Im Frühling 2008 kommen weitere Exemplare der Zerreiche hinzu. Auch andere Exoten sollen künftig behutsam in den Wald gepflanzt werden, ich denke da an Catalpa bignonioides (Trompetenbaum), Paulownia tomentosa (Blauglockenbaum), weitere Arten des Chilenischen Regenwaldes, und weitere Eichenarten. Möglicherweise wird sich auch der eine oder andere Eukalyptus dazu gesellen. Hierüber werde ich dann an dieser Stelle berichten.
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